Anwendungsbereiche von FCKW

Das ursprünglich als Kältemittel entwickelte FCKW wurde binnen kurzer Zeit zum meist angewandten Produkt in zahlreichen Branchen. FCKW wurde und wird teilweise heute noch hauptsächlich als Treibmittel für Spraydosen, aber auch als Feuerlösch- und Kältemittel, bei der Herstellung von Schäumen und Kunstoffen, bei der Schädlingsbekämpfung und der Reinigungs- und Lösungsmittelindustrie verwendet. In den kommenden Absätzen wird auf einzelne Anwendungsgebiete noch genauer eingegangen.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe, in den meisten Fällen unpolare Stoffe, haben die Eigenschaft, dass sie gut fettlöslich sind. Aufgrund dessen werden sie in der chemischen Industrie, beispielsweise bei der Reinigung von Mikrochips, in Textilreinigungsanstalten und als Extraktionsmittel eingesetzt. Beispiele für Halogenkohlenwasserstoffe welche in der Lösungsmittelindustrie hergestellt werden, wären Trichlorethen, Tetrachlor-ethen, 1.1.1-Trichlor-ethan, Dichlor-methan, Trichlor-methan und Tetrachlor-methan (Tetrachlorkohlenstoff kurz "Tetra"). Diese Stoffe sind klare und leicht flüchtige Verbindungen wobei ein zu direkter oder sehr lange andauernder Kontakt zu massiven Gesundheitsschäden führen kann – hierbei sei also Vorsicht geboten. Tetrachlor-methan wird außerdem als krebserregend eingeschätzt und die Verwendung unterliegt somit strenger Auflagen. Die meisten Reinigungsmittel, die auf dem Markt zu finden sind, basieren jedoch auf Wasserbasis oder auf nicht halogenierten Kohlenwasserstoffen.


Einen weiteren Einsatz finden FCKW als flüssig im Produkt gelöste Treibmittel in Spraydosen, auch Aerosole genannt. Zu den wichtigsten Vertretern zählen die unbrennbaren und physiologisch zumeist unbedenklichen Substanzen Dichlorodifluoromethane CF2Cl2 und Trichlorfluormethan CFCl3. Beide Treibmittel befinden sich oberhalb der Flüssigkeit in einem Behältnis, halten dadurch einen gleich bleibenden Druck aufrecht und gewähren somit eine feine Vernebelung. 1973 veröffentlichten jedoch mehrere amerikanische Chemiker eine Studie, in der sie nachwiesen, dass diese beiden Substanzen maßgeblich am Ozonabbau beteiligt sind und die Ozonschicht somit nachhaltig schädigen. Gewürdigt wurde diese Erkenntnis mit dem Nobelpreis für Chemie im Jahre 1995. Seitdem ist bekannt, dass sich diese Verbindungen aufgrund ihrer Stabilität in Erdnähe nicht zersetzen, was wiederum zur Folge hat, dass sich in der Stratosphäre durch UV-Strahlung gefährliche Chlorradikale freisetzen. Dadurch entsteht eine Reihe von Reaktionen in der das Ozon nach und nach zersetzt wird. Aufgrund dieses Wissens wurde weltweit die Reduzierung der CFK-Treibmittel eingeleitet. Mittlerweile versucht man, anstatt der FCKW möglicht häufig Propan oder Butan einzusetzen. Der Nachteil allerdings besteht darin, dass diese Gase brennbar sind und in Verbindung mit Luft hoch explosive Gemische bilden können. Alls weiter Alternativen gelten Druckluft, Kohlendioxid, Stickstoff und Dimethylether.

Im Bereich der Kältemittel ersetzten FCKW seit den Dreißigern Chemikalien wie Ammoniak, Chlormethan und Schwefeldioxid. Bei Kühlgeräten, Klimaanlagen, Wärmepumpen, Kompressor- und Absorbersystemen werden leicht zu verflüssigende Gase eingesetzt. Hierfür eignen sich CFKs aufgrund ihrer Eigenschaften hervorragend. Solange sich diese Kühlmittel in einem geschlossenen System befinden treten keinerlei Umweltschäden auf. Aufgrund der europäischen Elektronikschrottverordnung (WEEE) müssen jedoch Altgeräte fachmännisch ausgetauscht werden. Anfangs noch, aufgrund der Rückgabekosten, in der Natur entsorgte Kühlgeräte können seit 13 August 2005 in Österreich kostenlos zur Entsorgung übergeben werden. Auch alle anderen elektrischen und elektronischen Geräte fallen unter diese Verordnung (Elektroaltgeräte-Verordnung; EAG-VO).
Neugeräte, gewerblich wie auch privat, werden heute entweder mit chlorfreien H-FCKW, mit Ammoniak, flüssigem Stickstoff oder auch Propan-Butan-Gasgemischen betrieben.

Auch in Feuerlöschern wurden lange Zeit halogenierte Kohlenwasserstoffe verwendet, Halone (engl. halogenated hydrocarbon) genannt. Halonlöscher bildeten jedoch in Verbindung mit Hitze Radikale. Die bewusst hervorgerufene Bildung von Bromradikalen griff in den Verbrennungsprozess ein und stoppte ihn. Seit 1990 jedoch sind Halonfeuerlöscher in Österreich verboten. Alte Halonfeuerlöscher können als Sonderabfall zurückgegeben werden. Diese werden im Anschluss verbrannt.

Eine weitere Gruppe der Kohlenwasserstoffe, nämlich die aromatischen Halogenkohlenwasserstoffe wurde zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung eingesetzt. Dabei unterscheidet man zwischen Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden und noch einiger Anderer. Ein Beispiel hierfür wäre die Verwendung von Methylbromid als Holzschutz gegen Schädlinge. Seit 2005 verbietet ein EU Regulativ allerdings eine große Zahl verschiedenster Anwendungen damit, denn auch bei diesen Stoffen wurden Umwelt schädigende und gesundheitsschädigende Wirkungen nachgewiesen.

Einen weiteren Zweck erfüllten FCKW als Treibmittel für Kunststoffschäume. Bekannte Vertreter sind Polyurethan- oder PUR- Weichschäume (diese dienen als Polstermaterial, Wärmedämmung oder Verpackungszwecke) und PUR-Hartschaum, verwendet als Wärmedämmstoff in Kühlaggregaten oder Montageschaum. Mehrere Gesetze verbieten schon seit vielen Jahren diese Art der Nutzung. Alternativen dazu sind die Schäumung mittels CO2 , Pentan oder H-FKW. Ein Problem, für welches noch keine Lösung gefunden wurde, besteht jedoch im Altbestand solcher nach und nach FCKW emmitierenden Schaumstoffe. Die durchschnittliche Verwendung solcher Schaumstoffe liegt bei etwa 50 Jahren.